Warum Wahrscheinlichkeitsdichten bessere Bestellpunkte liefern als Mittelwerte
Die meisten ERP-Systeme planen mit Mittelwerten. Das klingt vernünftig – und ist genau der Grund für zu hohe Sicherheitsbestände.
Wer mit dem Mittelwert plant, plant für einen Fall, der fast nie eintritt. Die tatsächliche Nachfrage eines Artikels streut – mal stark, mal schwach, oft asymmetrisch. Ein Mittelwert verdichtet diese ganze Information auf eine einzige Zahl und wirft dabei genau das weg, was für die Disposition entscheidend ist: das Risiko.
Klassische Systeme kompensieren das mit pauschalen Sicherheitsbeständen. Das Ergebnis: Bei gutmütigen Artikeln liegt zu viel im Lager, bei sporadischen zu wenig. Eine Wahrscheinlichkeitsdichte dagegen beschreibt für jede mögliche Nachfragemenge, wie wahrscheinlich sie ist. Daraus lässt sich der Bestellpunkt direkt aus dem gewünschten Servicegrad ableiten – artikelindividuell, statt mit einem Puffer für alle.
In unseren Projekten ist genau dieser Schritt – von der Punktprognose zur Verteilung – der größte Hebel: 15–30 % weniger Bestand bei gleicher oder besserer Verfügbarkeit. Nicht, weil das Modell die Zukunft besser kennt, sondern weil es ehrlich über die eigene Unsicherheit ist.